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Experiment Rost

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Verständlicherweise werde ich mit meinen Ansichten als Spinner angesehen.
Auf meine mangelnde Bildung mache ja häufig genug aufmerksam.
Daher ist es geradezu lachhaft, wenn ich mich hier hinsetze und behaupte, dass Eisen nicht durch Sauerstoff, sondern durch Wasserstoff roste.
Immerhin kann jeder in allen Schulbüchern nachlesen, dass sich der Sauerstoff der Luft mit dem Metall verbindet.  

In meinem Schulbuch, Jhg. 1960, steht ein schöner Versuch, der obige Aussage beweisen soll:
»Versuch 28: Lege einen neuen Eisennagel einige Tage auf die Außenseite der Fensterbank! Einen anderen lege gleichlange auf die Zimmerseite der Fensterbank.
Eisennagel an feuchter Außenluft:........................... Eisennagel an trockener Luft:................................
. . . Dabei hat sich der Luftsauerstoff mit dem Metall zu einem ganz neuen Stoff verbunden. Der Vorgang heißt oxydieren. Eisen setzt unter dem Einfluss der feuchten Luft eine Rostschicht an.«

Da sieht man, dass auch ich zur damaligen Zeit noch nicht kritisch, mit Verstand lesen konnte! (Ich habe es kritiklos geschluckt und die ganzen Jahre nachgeplappert.)
In der Raumluft kann zwar etwas weniger Sauerstoff als im Freien sein, dennoch ist er vorhanden.
Einzig der Wasserstoff dürfte im Innenraum, mangels Feuchtigkeit wohl mit Sicherheit geringer sein.
Daraus nun die Schlussfolgerung zu ziehen, dass das Eisen durch den Wasserstoff der Wassermoleküle rostet, ist unmöglich, da es ja nicht im Lehrbuch steht.
Die Autoren sind immerhin Professoren, die wohl wissen, worüber sie schreiben.
Immerhin haben sie es aus älteren Büchern gelernt somit muss es stimmen!

Heute sieht man die Oxidation schon etwas genauer, wie dem »Taschenbuch der Chemie« zu entnehmen ist:
»Oxidation ist die Abgabe von Elektronen«.
(Mit der Ansicht stimmen wir wenigstens überein.)
Allerdings bleibt man zwei Seiten vorher noch bei der, 1783 von Lavoisier formulierten Erklärung:
»Oxidation ist die Verbindung eines Elements mit Sauerstoff.«
Und weil die Benutzer des Taschenbuches dieses nur themengerichtet durchsehen, wie die Autoren sicher aus eigener Erfahrung wissen, wird es auch niemandem auffallen, dass 302 Seiten nach der erstgenannten Erkenntnis, der Leser mit der Neuigkeit überrascht wird:
»Die chemische Vereinigung mit Sauerstoff heißt Oxygenierung, wird aber gewöhnlich als Oxidation bezeichnet; sie kann verschieden schnell erfolgen. Langsame Oxidationen sind z.B. das Rosten des Eisens, . . .«
Also irgendwie verdrängt der Sauerstoff die Elektronen des Eisens, um sich mit dem Kern zu verbinden und der Wasserstoff der hält die Kerze! Oder ist er der »Heiratsvermittler«? Denn ohne ihn interessieren sich die beiden nicht füreinander!

Nun gut, ich habe nicht sehr viele Bücher zur Verfügung,
aber man sollte doch annehmen, dass sich irgendeiner der gelehrten Herrschaften, für die neugierige Schülerschaft der gehobenen Bildungsstätten, einen Nachweis hätte einfallen lassen.
Vielleicht bin ich auch nur zu dumm, diesen zu finden!
Also helfe ich Ihnen auf blauen Dunst, mich zu widerlegen.

Tankmodell für Experiment. Quadratisches Gehäuse mit abgehobenem Deckel. Über oberen Kugel-, oder Konus-Hahn kann über einen Schlauchanschluss Stickstoff, Sauerstoff, und / oder Wasserstoff zugeführt werden. Über unteren Hahn kann der Stickstoff entweichen.

 

Das hier folgende Experiment, habe ich wegen finanziellen Engpasses nicht sicherheitshalber vorab durchführen können.

Der Versuch ist nicht für den Hausgebrauch angesagt !!

Wir, genauer gesagt Sie, benötigen einen, besser zwei gasdichte Behälter, mit je zwei Kugelhähnen und evtl. einem Manometer, die sich dicht verschließen lassen.
Angebracht ist es, in den Behältern einen Sockel zu stellen.

Sodann benötigen Sie je eine Flasche Stickstoff, Sauerstoff und Wasserstoff.
Denken Sie an Drossel- und Sicherheitsventil !!  


Nun können Sie, wie oben, zwei neue »4-Zöller« (lange Zimmermanns-Nägel ) mit Stahlwolle polieren, oder vorpoliertes Eisen , das eingefettet wurde als Testobjekt benutzen.
Für das eingefettete Eisen benötigen Sie noch eine Wanne mit Spiritus, um das Fett, oder Öl zu entfernen.  

Erzeugen sie in den Behältern einen leichten Überdruck mit Stickstoff, damit wirklich keine Luft eindringen kann.
Die eventuelle Entfettung nehmen Sie in dieser Stickstoffatmosphäre vor.
Explosionsgefahr !!
Eine gründliche Entfettung ist für die spätere Sauerstoffatmosphäre sehr wichtig!
Platzieren Sie dann die Eisenstücke auf den Sockeln, damit sich das Objekt später wirklich in der gewünschten Umgebung befindet.
Nachdem Sie anschließend die Behälter verschlossen haben,
öffnen Sie die unteren Kugelhähne und fluten Sie den einen mit Sauerstoff und den anderen mit Wasserstoff.

Maßgeblich der Versuch mit Sauerstoff muss so teuer sein, dass ich darüber nichts finde.

Aber da auch in Lehrbüchern steht, dass unter reinem Sauerstoff die Oxidation beschleunigt stattfindet, dürften Sie schon bald von der Idiotie dieses dummen Autors hier überzeugt sein.

Gratulation der Lehrkraft!

Wie das Eisen rostet, beschreibe ich auf der Seite: >Magnetismus <.
Der obige Link bringt Sie zwar direkt zu dem Artikel, dennoch muss ich Sie bitten dann noch etwas nach oben zu fahren, um das beschriebene Atom zu sehen.

Bitte teilen Sie es mir mit, wenn das Eisen nicht unter Wasserstoff rostet.
Dann kann ich die entsprechenden Abschnitte in meiner Website entnehmen, um nicht noch mehr Verwirrung zu stiften.
Vielen Dank.



Mail: ©2001 by Rudolf Schleyer http://www.neu-physik.de